Archiv

Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn gibt in Jahresbericht 2022 Einblicke in Arbeit

Fr Menschen da sein und sie begleiten

Paderborn (pdp). „Offen zu sein fr Menschen in Krisensituationen ist zentrales Anliegen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn. Der Mensch steht im Mittelpunkt“, betont Eheberater und Theologe Niels Christensen. Er leitet die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Erzbistum Paderborn und zudem die EFL-Beratungsstellen in Dortmund, Herne und Castrop-Rauxel. Im EFL-Jahresbericht 2022 werden unter dem Titel „Zeiten-Wende“ Erfahrungen mit gesellschaftlichen und persnlichen Krisen in der EFL-Arbeit aufgegriffen: „Als EFL sind wir prsent und begleiten individuelle Wege, wir untersttzen Menschen dabei, Konflikte- und Krisensituationen zu bewltigen. 2022 war das Jahr der vielen Krisen“, erklrt Christensen stellvertretend fr die 60 Beraterinnen und Berater, die im Erzbistum Paderborn in 22 Beratungsstellen, von Herne bis Hxter und von Bad Oeynhausen bis Siegen, fr Ratsuchende ansprechbar sind.

Die Nachfrage nach Beratung sei in den letzten Jahren gestiegen, was sich in langen Wartezeiten widerspiegelt, erlutert der Leiter der EFL-Beratung im Erzbistum Paderborn. Es gebe Beratungsstellen, bei denen Ratsuchende bis zu neun Monate auf eine Beratung warten mssen. Dabei werde immer versucht, Familien in akuten Krisen zeitnah einen ersten Fachkontakt anzubieten. Viele Familien seien whrend und nach der Corona-Pandemie mehrfachbelastet. Hufig seien psychische Aufflligkeiten wie Angst und Depression. Prozesse seien lnger und komplizierter geworden.

Die Arbeit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung habe eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, unterstreicht Berater Christensen. „Dysfunktionale Familiensysteme und Scheidungen fhren nachweislich zu einer Belastung der Gesundheit, der Arbeitssituation, der Wohnungssituation, der finanziellen und sozialen Situation der Betroffenen.“ Paarberatung entlaste viele gesellschaftliche Systeme. Eine prventive Investition in die Verbesserung des familiren Zusammenlebens sei gnstiger, als fr persnliche und gesellschaftliche Folgen von zerrtteten Familien aufzukommen.

Im 36 Seiten starken Jahresbericht 2022 stellen sich zudem die Beratungsstellen mit ihrem Angebot und die dort ttigen Beraterinnen und Berater vor. Der Jahresbericht widmet sich in unterschiedlichen Beitrgen dem Thema „Zeitenwende“ und gibt unter diesem Schwerpunkt Einblick in die Beratungspraxis. Er informiert zudem ber eine „interne Zeitenwende“: Die langjhrige EFL-Leiterin Christiane Vo trat 2022 in den Ruhestand ein, seit dem 1. Oktober 2022 ist Niels Christensen der Leiter der EFL im Erzbistum Paderborn.

Statistik: Zahlen – Menschen

3.514 Menschen wurden im Jahr 2022 whrend insgesamt 17.153 Stunden begleitet. Von den Mitarbeitenden der Beratungsstellen wurden 7.739 Einzelgesprche, 8.772 Paargesprche, 375 Gruppengesprche und 267 Familiengesprche gefhrt. Im Jahr 2021 nahmen 3.412 Menschen das Beratungsangebot wahr, whrend 18.707 Beratungsstunden (7.799 Einzelgesprche, 10.452 Paargesprche, 190 Gruppengesprche, 266 Familiengesprche) durchgefhrt wurden. Nahmen im Jahr 2022 insgesamt 2.113 Frauen und 1.401 Mnner das Beratungs- und Begleitungsangebot der EFL im Erzbistum Paderborn an, so waren es im Jahr 2021 2.051 Frauen und 1.361 Mnner.

Auch ber die Kinderzahl der Beratungssuchenden gibt der Jahresbericht 2022 Auskunft: 786 Klienten haben keine Kinder, 730 haben ein Kind, 1.343 zwei Kinder, 473 haben drei Kinder und 182 haben mehr als vier Kinder. 706 der Ratsuchenden waren ledig, 2.012 verheiratet, 225 getrennt, 352 geschieden, 80 verwitwet und 139 wieder verheiratet. 1.914 der Klienten waren rmisch-katholisch, 854 evangelisch, 173 gehrten einer anderen Religionsgemeinschaft, 540 gehrten keiner an, bei 33 Menschen war die Religionszugehrigkeit unbekannt.

Katholische Ehe,- Familien- und Lebensberatung

Die Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) ist eine Einrichtung des Erzbistums Paderborn, die in 22 Beratungsstellen im ganzen Erzbistum Rat suchenden Menschen nahe ist. Die EFL versteht sich als pastoraler Dienst der Kirche und bietet als psychologischer Fachdienst Untersttzung fr alle Familienformen. Sie steht allen Menschen offen, die sich in einer persnlichen und familiren Krise befinden. Aus dieser Perspektive ergibt sich eine enge Vernetzung mit den vielfltigen Einrichtungen der Seelsorge und der Pastoral im Erzbistum Paderborn.

Die ersten Beratungsstellen wurden 1954 in Paderborn, 1957 in Dortmund, 1965 in Hagen, 1971 in Meschede und Hamm und 1972 in Siegen gegrndet. Ein erster Weiterbildungskurs startete 1966. Seit 1974 beschftigt das Erzbistum Paderborn speziell ausgebildete hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fr die Beratungsaufgabe, die zuvor von Pfarrern und Ehrenamtlichen getragen wurde. Das Erzbistum Paderborn finanziert mehr als zwei Drittel der Kosten, das Land NRW untersttzt die Beratungsarbeit ebenso wie einige Kommunen. 

1000 gute Grnde

„Im Leben und in der Liebe luft nicht alles glatt. Menschen erhalten bei der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum Paderborn professionelle Untersttzung. Wir fragen nicht, wo Du herkommst, sondern was Du brauchst“, unterstreicht Berater Niels Christensen frei nach dem Motiv zum Grund Nr. 22 aus der Mitmachaktion „1000 gute Grnde“ des Erzbistums Paderborns.

Jahresbericht als PDF:
https://www.erzbistum-paderborn.de/wp-content/uploads/sites/6/2023/06/Jahresbericht_2022_EFL_web_reduziert.pdf

 

„Zeitenwende“ im Jahr 2022 auch intern bei der EFL im Erzbistum Paderborn: Niels Christensen bernahm von Christiane Vo die Leitung. Foto: Thomas Throenle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1000 GUTE GRNDE - Erzhlen wir, was fr uns zhlt!

Presse-Team des Erzbistums Paderborn
Erzbischfliches Generalvikariat
Domplatz 3
33098 Paderborn
Tel. 05251 125 15 58
pressestelle@erzbistum-paderborn.de
www.erzbistum-paderborn.de