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LOUDER THAN BEFORE – the weekend

500 junge Menschen feiern in Hardehausen ein ganzes Wochenende mit Musik und Message, Tanzen und Trnen

Beste Stimmung, schnste Sommernacht: Party louder than before.Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Paderborn (pdp). Uns verbindet jetzt etwas. Dieses Gefhl ist quasi greifbar als das christliche Festival LOUDER THAN BEFORE – the weekend in die Schlussphase geht. Drei Tage lang haben ber 500 junge Menschen auf dem Gelnde des Jugendhauses Hardehausen gefeiert.

 

Da sind Bilder im Kopf, wie bei der Silent Party nachts Hunderte mit Kopfhrern zur gleichen Musik tanzen. Bilder, wie junge Menschen einen anlcheln. Bilder von Gottesdienst, Spike-Ball, Karaoke, Konzerten und Konfetti. Von Zeltplatz, Burger und berhrenden Gesprchen.

 

Die Teilnehmenden verbindet jetzt, was sie bei LOUDER THAN BEFORE erlebt haben. Dass aus fremden Menschen bekannte Gesichter wurden. Dass es guttut, mit jungen Menschen zu feiern, die auch an Gott glauben und sich in Kirche engagieren. Feiern als Party. Feiern als Gottesdienst. Tanzen und Trnen vergieen.

 

Es ist fast unmglich, ein vollstndiges Bild davon zu zeichnen, was in den drei Tagen von LOUDER THAN BEFORE passiert ist. Um einen Eindruck zu bekommen, erzhlen wir drei kleine Geschichten. Sie bilden mit vielen anderen Momenten das Mosaik des Wochenendes.

 

Party mit JackSayFree

Handy rausholen, Taschenlampe an und einen Sternenhimmel direkt ber dem Publikum zaubern. Am Freitagabend, es ist schon dunkel geworden, tritt das DJ-Trio JackSayFree auf. Einer der drei legt elektronische Tanzmusik auf und die anderen beiden animieren zum Partymachen: in die Knie gehen und aufspringen. Die Hnde nach oben und klatschen. Oder wie jetzt, die Handylichter von links nach rechts wehen. Dann sagt Jack Dylan: „So, wie wir das jetzt machen, knnt ihr morgen und nchste Woche selbst ein Licht sein. Strahlt etwas aus, macht einen Unterschied. Seid Licht in der Welt.“

 

Kurz nach dem Auftritt, durchgeschwitzt und voller Euphorie, ist Jack Dylan fr ein Kurzinterview offen. Frage: Was verbindet er damit, Licht in der Welt zu sein? Antwort: „Mein Lebensmotto ist: Ich mchte ein Freund von jedem Menschen sein. Ich mchte Liebe auch an die Menschen weitergeben, die mich vielleicht auch mal aufregen. Ich bin fest davon berzeugt, dass wir eine bernatrliche Liebe in uns haben, die nicht von uns selbst kommt. Die uns Gott gegeben hat. Wenn wir diese Liebe suchen, knnen wir auch Menschen lieben, die wir sonst nicht lieben knnten.“

 

Als der Auftritt von JackSayFree beendet ist, ziehen die jungen Menschen weiter: LED-Lagerfeuer, Schlagerparty, Karaoke.

 

Meet and Greet mit Daniela May

 

Es ist Samstag, der erste Konzertabend und die erste Partynacht liegen hinter den Teilnehmenden. Chantal Lessmann macht es sich im Liegestuhl bequem. Die 20-Jhrige aus Unna ist in die YOUPAX-Lounge gekommen, um Sngerin Daniela May persnlich zu treffen. Meet and Greet.

 

Sie sprechen darber, wie Daniela May ihre Songs schreibt. Ob sie sich berhmt fhlt. Und wie der Auftritt am Vorabend war. Chantal Lessmann kann sich an eine Liedzeile besonders erinnern: Niemand ist perfekt und jeder will es sein. Sie sagt: „Als ich das gehrt habe, dachte ich: Wow. Ich bin auch so oft Perfektionistin. Da habe ich mich verstanden gefhlt.“

 

Dann unterhalten sie sich darber, wie sie mit Stress umgehen, wie es gelingt, Pausen zu machen. Und dass letztendlich doch nicht alles in den eigenen Hnden liegt. Sondern in Gottes Hnden. Nach dem Meet and Greet treffen wir Chantal zufllig zwischen Zeltplatz und Bhne. Wie hat sie das Gesprch erlebt?

 

Sie sagt: „Es war spannend zu erfahren, dass Daniela May eine sehr nachdenkliche Person ist. Sie mchte Menschen dabei helfen, in sich zu gehen und sich zu fragen: Wer sind wir?“

 

Nachfrage: Und warum inspiriert dich das? „Weil ich selbst meine Zweifel habe und nicht wei, welchen Weg ich gehen soll“, sagt Chantal. „Durch ihre Lieder und das Gesprch wei ich: Ich bin nicht allein. Das gibt mir Mut, meinen Weg zu finden.“

 

Heilige Messe mit den besten Pltzen?!

 

Samstagnachmittag, 17:30 Uhr. Von der Nebenbhne aus schallt die Musik von Jonnes ber den Sportplatz. Junge Menschen spielen Basketball, whrend zehn Meter weiter in der Kirche Ministranten und Priester einziehen. Weihrauch, Kerzen, Evangelium: Die Heilige Messe beginnt.

 

Die Band SUNRAY aus dem sdlichen Sauerland spielt Worship-Lieder, die eine warmherzige Wucht entfalten. Der Gesang von Band und Glubigen baut sich regelrecht an der Decke auf und umarmt jeden Einzelnen. Dann ldt Dizesanjugendpfarrer Tobias Hasselmeyer dazu ein, innerlich leise zu werden. Sich zu fragen: Was bringe ich zu Jesus mit? Und auf ihn zu hren, zum Beispiel im Evangelium.

 

Darin rt Jesus: „Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es knnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann wrde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz!“ (Lk 14,8-9)

 

Jugendpfarrer Hasselmeyer vergleicht das damit, wenn Menschen unbedingt beim Konzert in der ersten Reihe stehen wollen. Oder sich am Bahnsteig vordrngeln, um im Zug einen Sitzplatz zu bekommen. Doch bei Jesus luft es anders. „Wo ich jemand anderem Platz mache, bekomme ich einen guten“, sagt Hasselmeyer. „Neben ihm. Jesus.“

 

LOUDER THAN BEFORE – ein Ort fr Gefhle

 

Wer das Festival von auen betrachtet, knnte sich vielleicht fragen: Glauben und Feiern, Abgehen und Beten gehen – wie passt das zusammen?

 

Eine Antwort ist: indem die Musik alles vereint. berall ist Musik. berall erzhlt Musik Geschichten und schafft Raum, darber zu sprechen, was das Herz bewegt.

 

Da ist Sngerin Adina, die erzhlt, dass sie echte Helikopter-Eltern hat, sodass Musik fr sie der einzige Ort war, an dem sie Gefhle rauslassen konnte. Die zugibt, sehr melancholisch zu sein. Sich viel zu viele Gedanken zu machen. Die erzhlt, dass sie knapp an einer Depression vorbeigeschlittert ist.

 

Da ist Snger Samuel Rsch, der in einem Song feiert, dass das Leben ein Geschenk ist. Und in einem anderen Lied ber Risse im Leben singt und sagt: „Es ist nicht die Frage, ob Risse kommen, sondern wann und wie wir damit umgehen“.

 

Da ist DJ FAITH, der zwischen Beats und Bass auf der Bhne sagt: „Um glcklich zu sein, brauchen wir kein iPhone, keinen Ferrari, keinen Luxus, sondern Liebe. Liebe, die wir von Gott in unser Herz angelegt bekommen haben. Er ist da. Er liebt dich.“

 

Gottesdienst mit DJ Pult

 

LOUDER THAN BEFORE war auch ein Ort des Ausprobierens. Ein Ort, an dem junge Musikerinnen und Musiker aus dem Erzbistum Paderborn eine Bhne bekommen haben. An dem Knstlerinnen und Knstler neue Songs zum ersten Mal gesungen haben. Ein Ort, an dem Gottesdienst ganz neu gefeiert wurde: am Sonntag als Abschluss des Festivals – mit Christus-Ikone, Kreuz und DJ-Pult auf der Hauptbhne. DJ FAITH spielt christliche Lieder und Chart-Songs wie „Don’t let me down“. Junge Menschen tanzen zur Musik und hren im Liegestuhl den Gedanken von Helena Schmidt, BDKJ-Dizesanseelsorgerin, und Alexander Sieler, Leiter des jugendspirituellen Netzwerks tabor, zu.

 

Sieler fragt sich: Wie geht es nach so einem Erlebnis in den Alltag zurck? Wenn nach Freude und Gemeinschaftsgefhl wieder zhlt, wie cool jemand ist oder wie viel Leistung man bringt.

 

Dafr hat er zwei Gedanken. Erstens: „Das, was ihr hier erlebt habt, nimmt euch keiner mehr. Das kann in euren Herzen wach bleiben“. Fr den zweiten Punkt holt er Knstler CASPAR auf die Bhne. Sieler bekommt CASPARS „wunderbare und wertvolle“ Gitarre und versucht, darauf zu spielen. Es klingt: Geht so.

 

Zuspruch und Trnen in den Augen

 

Dann gibt er CASPAR die Gitarre zurck – und dieser improvisiert darauf. Es klingt: Fantastisch. „Der Wert der Gitarre hat sich nicht verndert“, sagt Sieler. „Sie kann in CASPARs Hnden aber ganz anders ihre Mglichkeiten entfalten.“

 

Und so sei es auch mit jedem Einzelnen. „Vielleicht habt ihr den Eindruck, dass ihr nicht gut im Leben zum Klingen kommt. Aber das liegt nicht daran, dass du nicht genug wert bist. Vielleicht hast du dich noch nicht in die richtigen Hnde gelegt, damit in deinem Leben ein guter Sound rberkommt. Denkt mal drber nach, euch in die Hnde Jesu zu legen, die mit so viel Liebe gefllt sind.“

 

Wie sich diese Liebe anfhlen kann, haben dann viele junge Menschen am Ende des Gottesdienstes erahnen knnen. Sie lassen sich von Mitarbeitenden aus den Gemeinden des Erzbistums Paderborn einzeln segnen. Bekommen Zuspruch – und Trnen in den Augen. Trnen, die zeigen, wie sehr sich jeder Mensch nach Zuneigung sehnt. Die zeigen, wie sehr das Wochenende bei LOUDER THAN BEFORE – the weekend erfllt hat. Die das Gefhl ausdrcken: Dieser Glaube und diese Erfahrung verbinden uns jetzt.

 

 

Infokasten:

Die musikalischen Highlights von LOUDER THAN BEFORE wurden begleitet von verschiedenen Aktionen des Rahmenprogramms. Dazu gehrte ein Cajon-Workshop, Graffiti sprayen, meditieren lernen anhand von Taiji, eine Kleidertauschbrse oder Seedbombs bauen.

  Ein ganzes Wochenende Musik, Message, Tanz und richtig viel Spa.Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Einzelsegen im Gottesdienst zum Abschluss des Festivals.Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn