Arbeitslosenzentrum

Informationen und Ansprechpartner bei finanziellen Engpässen aufgrund der Corona-Pandemie

  • Wir bieten derzeit leider nur telefonische Beratung in Fragen zu Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld, Wohngeld, Kinderzuschlag, den jeweiligen aktuellen Änderungen und den Voraussetzungen für den Bezug der Leistungen. Zu diesen und weiteren Themen und Fragestellungen haben wir auch schriftliche Informationen zusammengestellt, die wir Ihnen bei Bedarf postalisch oder per Mail zukommen lassen können. Sie erreichen uns unter:

            Arbeitslosenzentrum Herne e.V. Tel. 02323/55547

Außerdem bieten wir telefonische Unterstützung bei Problemen wie etwa beim Ausfüllen der Formulare.

Alle Informationen in den nachfolgenden Info-Blocks sollen und können nur ein Kurzüberblick sein. Eine detaillierte Beratung ist erforderlich.

(Aktuelle Änderungen sind rot markiert.)

Info-Block:

Mietrückstände – Energieschulden

Mieter, die durch die Corona Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen, sollen vor Kündigungen geschützt werden. Nach einem nun beschlossenen Gesetz können Mietrückstände aus dem Zeitraum April bis Juni 2020 nicht zur Begründung einer ordentlichen oder fristlosen Kündigung herangezogen werden. Auf sonstige Kündigungsgründe wie etwa Eigenbedarf erstreckt sich die Beschränkung allerdings nicht. Die Kündigungsbeschränkung gilt für Wohn- und Gewerbemietverhältnisse ebenso wie für Pacht. Der Mieter muss dabei den Zusammenhang zwischen den Zahlungsschwierigkeiten und der Corona-Krise glaubhaft machen (z.B. Bescheinigung über Verdienstausfall, Bescheid über staatliche Leistungen). Die Bundesregierung ist ermächtigt beim Andauern der Krise den Zeitraum für Kündigungsbeschränkungen bis September 2020 zu verlängern. Die nicht gezahlte Miete muss bis zum 30.06.2022 nachgezahlt werden.

Aufgrund der Corona-Krise wollen große Energiekonzerne vorerst auf Stromsperren verzichten. Das gilt allerdings nur für den Zeitraum der Krise. Danach will man Stromsperren wieder umsetzen.

Im Moment könnten sogar schon bestehende Stromsperren wieder ausgesetzt werden. Es macht daher Sinn, sich bei Zahlungsschwierigkeiten und schon bestehenden Stromsperren an den Energielieferanten zu wenden.

Auch die Stadtwerke Herne haben erklärt, auf Stromsperren weitestgehend zu verzichten und dazu aufgerufen, sich bei entsprechenden Problemen an die Kundencenter zu wenden. Dies ist momentan nur online und telefonisch unter 02323/592555 möglich.

  • Die Schuldnerberatung Herne erreichen Sie unter: 02323/99498-60
  • Unter www.arbeitsagentur.de finden Sie ebenfalls Informationen zu Arbeitslosengeld I und II, Kurzarbeitergeld, Insolvenzgeld etc.

Derzeit können sie sich nur telefonisch unter 0800/4555500 arbeitslos melden. Ein Antragsformular wird Ihnen dann zugesendet.

Eine persönliche Meldung erfolgt dann, wenn die Arbeitsagentur wieder geöffnet hat.

Agentur für Arbeit Herne                                                                                                              Markgrafenstr. 9                                                                                                                           44623 Herne

Info-Block:

 Änderungen beim Kurzarbeitergeld im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
  • Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf Abbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Entgelt aus einer anderen, während des Bezugs von KUG aufgenommenen Beschäftigung in systemrelevanten Branchen und Berufen bleibt anrechnungsfrei, soweit das Entgelt aus der neu aufgenommenen Beschäftigung zusammen mit dem Kurzarbeitergeld das ursprüngliche Arbeitsentgelt nicht übersteigt.
  • Die während des Bezugs von Kurzarbeitergeld aufgenommenen Beschäftigungen sind versicherungsfrei zur Arbeitsförderung.

 

 

  • Einkommenseinbußen können ggf. durch Beantragung von Kinderzuschlag und Wohngeld aufgefangen werden.

 

  • Die Familienkasse Nordrhein-Westfalen Nord berät unter 0800 4 5555 30 zum Thema Kinderzuschlag.

Info-Block:

Kinderzuschlag ist eine Unterstützung für Eltern, deren Einkommen ausreicht, um ihren eigenen Bedarf nicht aber den ihrer Kinder zu decken.

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 185 € pro Kind und Monat.

Die Mindestgrenze des Elterneinkommens liegt bei Paaren bei 900 € und bei Alleinerziehenden bei 600 €.

Übersteigendes Elterneinkommen wird auf den Zuschlag angerechnet.

Bezieher von Kinderzuschlag haben Anrecht auf Leistungen für Bildung und Teilhabe (Ausflüge von Schule und Kita, Klassenfahrten, Schulbedarf, Lernförderung, Mittagsverpflegung, Kulturelle Aktivitäten, Fahrtkosten)

Ab 1. April bis zunächst zum 30.09.2020 gilt, dass im Rahmen des sog. „Notfall-KiZ“ nur das Einkommen des zurückliegenden Monats (bislang die letzten 6 Monate) berücksichtigt wird.

Informationen unter www.notfall-kiz.de

 

 

  • Ob Sie einen Anspruch auf Wohngeld haben, können Sie mit einem Wohngeldrechner im Internet feststellen. Wenden Sie sich zur Beantragung an die Wohngeldstelle der Stadt Herne unter 02323/163414.

 

  • Reichen Wohngeld und Kinderzuschlag nicht aus, um Ihren Bedarf nach dem SGB II zu decken, haben Sie Anspruch auf (aufstockende) Leistungen (Hartz IV).

 

Info-Block:

Bei der Berechnung eines eventuellen Leistungsanspruchs nach dem SGB II wird jeder in sog. Bedarfsgemeinschaft lebenden Person ein bestimmter Regelsatz zuerkannt. Seit 01.01.2020 gelten folgende Sätze:

  • 432 Euro im Monat für eine allein stehende Person, eine allein erziehende Person.
  • 389 Euro für Partner, wenn beide volljährige sind.
  • 345 Euro für erwachsene Leistungsberechtigte, die keinen eigenen Haushalt führen, weil sie im Haushalt anderer Personen leben. Damit sind über 25 Jahre alte Erwachsene gemeint, die im Elternhaus leben, sowie Wohngemeinschaften.
  • 328 Euro für Kinder in der Bedarfsgemeinschaft ab Beginn des 15. bis zum 18. Lebensjahr sowie Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und ohne Zusicherung des BGA umziehen.
  • 308 Euro für Kinder von 6 bis 13 Jahre.
  • 250 Euro für Kinder bis 6 Jahre (Sozialgeld).

Hinzu gerechnet werden ggf. Mehrbedarfssätze für bestimmte Lebensumstände, wie etwa Alleinerziehung, Schwangerschaft, kostenaufwendige Ernährung, dezentrale Warmwasseraufbereitung:

 

Mehrbedarfe für Alleinerziehende 2020

Alter und Zahl der Kinder/ in Euro

1 Kind unter 7 Jahre                            155,52

1 Kind ab 7 Jahre                                  51,84

2 Kinder unter 16 Jahre                       155,52

2 Kinder                                             103,68

3 Kinder                                             155,52

4 Kinder                                             207,36

5 Kinder                                             259,20

 

Mehrbedarfe für Schwangere 2020

Ab der 13. Schwangerschaftswoche 73,44 €

 

Hinzu kommen die tatsächlichen Kosten der Warmunterkunft (ohne den Haushaltsstrom).

Aus diesen Komponenten errechnet sich der Bedarf einer Bedarfsgemeinschaft oder einer einzelnen Person.

Auf diesen Bedarf wird das Einkommen der Personen der Bedarfsgemeinschaft angerechnet. Dabei wird sog. müheloses Einkommen, wie z.B. Renten, Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Kindergeld, Unterhalt voll angerechnet. Volljährige Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft können ihr Einkommen lediglich um pauschal 30 € mindern. Bei Erwerbseinkommen sind zunächst 100 € vom Brutto anrechnungsfrei. Darüber hinaus sind vom übersteigenden Einkommen bis 1000 € 20% und bis 1200 € (1500 € mit Kind) 10% anrechnungsfrei.

 

Beispiel: Ein Alleinstehender verdient 1100 € brutto und 860 € netto. Seine Warmmiete beträgt 450 €.

 

Bedarf:          Regelleistung:             432 €

                       Warmmiete:              450 €

                       Gesamt:                    882 €

 

Anrechenbares Einkommen:           

Grundfreibetrag:                             100 €

Freibetrag – 1000 €

20% von 900€                                180 €

Freibetrag – 1100 €

10% von 100 €                                 10€

Gesamtfreibetrag:                           290€  

 

Anrechenbares Einkommen: 860 € (Nettoeinkommen)– 290 € = 570 €

 

Schlussrechnung:

Bedarf:                                                                      882 €

-          Anrechenbares Einkommen:                             570 €

            = Zustehende Leistung nach dem SGB II:         312 €

 

 

  • Unter www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld-2 haben sie die Möglichkeit Antragsformulare für SGB II -Leistungen herunterzuladen, einen Weiterbewilligungsantrag online zu stellen, Veränderungsmitteilungen zu machen und ein Erklär - Video zur Antragstellung anzusehen.

 

 

Anträge können aber derzeit auch formlos postalisch, telefonisch, per Mail oder via Hausbriefkasten des Jobcenters gestellt werden.

 

Jobcenter Herne

Markgrafenstr. 9.   44623 Herne                     02323/595500 oder

Koniner Str. 4        44625 Herne                     02325/6370

  

Info-Block:

Wichtige Änderungen im SGB II im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

Das SGB II wird um einen „Corona-Paragraf“ ergänzt. Der neue § 67 SGB II enthält für Anträge, die den Bewilligungszeitraum 1. März bis 30. Juni betreffen Verfahrensvereinfachungen und Erleichterungen bei folgenden Themen:

Die Regelungen können bis zum 31.12.2020 verlängert werden.

Vermögensanrechnung nach §§ 9, 12,19 Abs.3 SGB II- Das Vermögen wird für die Dauer von 6 Monaten nicht leistungsmindernd angerechnet. Die/der Antragsteller*in muss nur schriftlich erklären, über kein nennenswertes Vermögen zu verfügen.

Kosten der Unterkunft nach § 22 Abs.1- Bei Neuanträgen gelten die tatsächlichen Aufwendungen für die Kosten der Unterkunft für die Dauer von 6 Monaten automatisch als angemessen. Dies gilt aber nur für Neuanträge im o.g. Zeitraum. Wer sich als Leistungsbezieher*in schon länger mit diesem Problem rumschlägt und die Mietzinslücke mit seinem Regelsatz stopft, geht leer aus.

Vorläufige Leistungen nach § 41a werden grundsätzlich erst mal für 6 Monate gewährt.

Weiterbewilligung von Leistungen nach § 37 - Fängt im Zeitraum vom 31.03. bis 31.08. eine neue Bewilligungsperiode an, wird die bisherige Leistung weitergewährt, ohne dass ein erneuter Antrag nach § 37 erforderlich wird.

Informationen mit einem Überblick über die Neuregelungen finden Sie unter: www.arbeitsagentur.de/corona-grundsicherung

Sonderhotline für Selbständige, Freiberufler und alle Betroffenen: 0800 – 4 5555 23

  • Nützliche Tipps, z.B. ein Foliensatz zum SGB II (Hartz IV) gibt es auch unter tacheles-sozialhilfe.de

 

NRW – Soforthilfe

Sieht vor:

9.000 € für Solo- Selbstständige und für Betriebe bis zu 5 Beschäftigten

15.000 € für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten

25.000 € für Betriebe bis zu 50 Beschäftigten

Voraussetzungen:

  • Erhebliche Finanzierungsengpässe in Folge von Corona oder
  • Betriebsschließung auf behördliche Anordnung oder
  • Vorübergehender Finanzierungsengpass und
  • Umsatzeinbußen von mehr als 50 % im Monat der Antragstellung im Vergleich zum Durchschnittseinkommen im Vorjahresmonat und der zwei vorausgegangenen Monate.

Antrag und dem Link: www.wirtschaft.nrw/corona

 Weitere Maßnahmen sind:

  • 2000 € Soforthilfe für freischaffende Künstler bei Honorarausfall

Anträge bis zum 31.05.2020 bei der zuständigen Bezirksregierung

Antragsformulare unter www.mkw.nrw

(Notwendige Anlagen: Kopie Personalausweis, Nachweis Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse, Nachweis über den Verdienstausfall)

 

  • Steuerstundungen, Herabsetzung von Steuervorauszahlungen von Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuer

Antrag auf Unterstützung unter www.wirtschaft.nrw/corona

  • Mittel aus den Mikromezzaninfonds und andere Kredite für kleine Unternehmen und Existenzgründer

Infos unter: NRW-Bank-Service-Center: 0211/91741 800

  • Entschädigung für Personalkosten bei von Quarantäne betroffenen Beschäftigten für Arbeitgeber und Selbstständige

Anträge beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe

unter 0251/ 591-8218 oder 8411

Weitere Informationsmöglichkeiten:

  • Zentrale Hotline für Bürger des Landes NRW: 0211/91191001 
  • Corona-Hotline der Stadt Herne:

          0700 – 16 200 000 (kostenpflichtig)

          0800 - 16 12 000 (kostenfrei)

Montag – Freitag                      8.00 – 18.00

Samstag                                  8.00 – 16.00

Sonntag                                 10.00 – 14.00

 

  • Kostenlose Hotline der Verbraucherzentrale: 0211 –33995845