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Ein Garten zwischen Himmel und Erde

Interreligises Projekt in Recklinghausen zieht Kreise

Recklinghausen / Herne. Garten Eden oder Paradies – fr den emeritierten Pfarrer Bernhard Lbbering ist der Garten „ein Ursymbol“. Wer hinter der St. Franziskus-Kirche in Recklinghausen Stuckenbusch, unweit der Stadtgrenze zu Herne, in den „Garten der Religionen“ geht, kann das leicht nachvollziehen. Das interreligise Landschaftsbauwerk nach Klner Vorbild ist in der Region einzigartig und verdient Beachtung auch ber Stadt- und Bistumsgrenzen hinweg.

Wenn es regnet, hat Bernhard Lbbering immer ein Trockentuch dabei. Damit wischt er die Regentropfen von dem Spiegel auf einer der sechs Stelen aus Naturstein. Nun kann der Betrachter sein Gesicht erkennen und ber sich den Himmel.

Fnf Stelen Der „Garten der Religionen“ - ein Ort der Stille und der BesinnungHildegard Erlemann stehen jeweils fr eine der Weltreligionen: Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus. Eine weitere steht fr „Andersglaubende“, Suchende, Agnostiker und auch Atheisten. Auch hier kann sich der Betrachter oder die Betrachterin im Spielgel sehen und ber sich den Himmel, ein Anlass zum Nachdenken ber sich selbst und die eigene Beziehung zur Natur und zur Religion.

 

Vorurteile abbauen, Respekt und Interesse fr die eigene, aber auch andere Religionen entwickeln, dazu werden die Besucherinnen und Besucher im „Garten der Religionen“ eingeladen. Auer einem Flyer gibt es kaum Text. „Wir laden an den einzelnen Stationen dazu ein, sich mit den grundlegenden existentiellen Fragen der Menschen auseinanderzusetzen, auf welche die Religionen aber auch die Philosophen Antworten zu geben versuchen“, erlutert Bernhard Lbbering.

„Spiel des Lebens“Michael Bodin

Brcken bauen zu den anderen und offen sein fr den gemeinsamen Kern der Religionen ist schon immer ein groes Anliegen von Bernhard Lbbering, der von 1978 bis 2009 Pfarrer an der Gastkirche in Recklinghausen war. Heute, mit 83 Jahren, ist er als 1. Vorsitzender des Frdervereins „Garten der Religionen Recklinghausen e.V.“ noch immer fr diese Sache engagiert.

Der Garten ist tglich, auer donnerstags, in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr frei zugnglich. An den Donnerstagen bleibt er von 9.00 bis 12.00 Uhr geschlossen. Dann kmmert sich eine Gruppe von Ehrenamtlichen um die Pflege.

In der Mitte befindet sich ein Teich ber den eine Brcke fhrt. Gepflasterte Wege fhren zu den Stelen der Religionen. Darauf steht jeweils ein Impulswort, das in Absprache mit den Religionsvertretern ausgewhlt wurde: Judentum (Leben), Christentum (Geschenk), Islam (Hingabe), Buddhismus (Mitgefhl), Hinduismus (Verbundenheit) und Andersglaubende (Freiheit). Auerdem gibt es noch eine „Sanduhr“, die aus Grnden der Haltbarkeit allerdings nicht mit Sand, sondern mit einem farbigen l gefllt ist. Gedanken ber die Zeit, hier knnen sie entstehen, wenn die Flssigkeit langsam aus dem oberen Behlter in den unteren fliet. Und es gibt eine Spielflche mit konzentrischen Kreisen fr „Die Mitte finden - Das Spiel des Lebens“ sowie eine Friedensglocke am Ende des Rundweges.

Es sind viele Symbole und Anregungen, welche die Besucherinnen und Besucher in der stillen Atmosphre des frheren Klostergartens fr sich entdecken knnen. Fr Gruppen gibt es nach vorheriger Anmeldung auch Fhrungen durch eigens geschulte ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter, die einen dialogorientierten Rundgang anbieten. Dabei ist es dann auch mglich, in einem Nebenraum der benachbarten Kirche die Ausstellung „WELTRELIGIONEN - WELTFRIEDEN - WELTETHOS“ zu besuchen, die ber die groen Weltreligionen informiert.

 

Pfarrer em. Bernhard Lbbering an einer Stele der WeltreligionenMichael Bodin Besonders freut es Bernhard Lbbering, dass der „Garten der Religionen“ mehr und mehr auch ein auerschulischer Lernort fr junge Menschen ist. Das Projekt bietet vielfltige Anknpfungsmglichkeiten fr interkulturelle und interreligise Bildungsangebote, besonders auch fr Schulklassen. Das nordrhein-westflische Schulministerium habe ab August sogar eine halbe Stelle fr eine pdagogische Lehrkraft fr diese Arbeit bewilligt, kndigt Bernhard Lbbering an.

Darber hinaus beginnen nach der Unterbrechung durch die Pandemie nun wieder die Programmangebote im „Garten der Religionen“. Offenes Singen und Schweige-Meditation gehren dazu, aber auch eine Sommermatinee, eine Fotoausstellung und Vortrge.

Weitere Informationen zum Programm und rund um den „Garten der Religionen“ in Recklinghausen Stuckenbusch stehen auf der Internetseite www.garten-der-religionen-recklinghausen.de.