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Fünf Jahre Brückenprojekte für Flüchtlingskinder

 

 

 

 

 

Während der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 wurde mit Fördergeldern des Landes NRW dieses niederschwellige Angebot für Flüchtlingskinder im Kindergartenalter auf den Weg gebracht. Kinder aus Flüchtlingsfamilien und vergleichbaren Lebenssituationen sollten ein qualifiziertes Betreuungsangebot erhalten.

"Die erste Kindergruppe startete in einem Container neben der Flüchtlingsunterkunft in Castrop-Rauxel-Merklinde", erinnert sich die Koordinatorin der Brückenprojekte, Georgia Born. In Zusammenarbeit mit dem städtischen Jugendamt und dem Amt für Asylsuchende wurden die ersten zehn Kinder in diese Spielgruppe vermittelt. Ein Jahr später eröffnete der Caritasverband bereits einen zweiten Standort im Souterrain eines Privathauses in der Innenstadt, und in Merklinde zogen die Brückenprojekte 2018 in ein ehemaliges Schulgebäude.

Mittlerweile laufen unter dem Dach der Brückenprojekte fünf Gruppen mit jeweils zehn Kindern und die Nachfrage ist weiterhin hoch. An drei Tagen in der Woche, jeweils für vier Stunden, werden die Kinder intensiv durch zwei pädagogische Fachkräfte betreut. Dabei liegt ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit auf dem Erlernen der deutschen Sprache, um einen späteren Wechsel in die Regelsysteme, also Kindertageseinrichtungen oder Grundschulen, vorzubereiten. "Neben der Vermittlung von Deutschkenntnissen wird den Kindern ein Raum zum Spielen und Kindsein angeboten, und das soziale Lernen wird gefördert", so Georgia Born.

Auch für die Eltern sind die Pädagoginnen erste Ansprechpartnerinnen, um Alltagsprobleme zu klären. "Wir sind häufig auch das Bindeglied zwischen den Familien und Behörden oder vermitteln unbürokratisch weiter in die jeweiligen Fachdienste des Caritasverbandes", so Georgia Born. Daneben gibt es flankierende Angebote insbesondere für die Mütter, etwa Sprachkurse, eine Nähgruppe oder eine Kochgruppe, die von Ehrenamtlichen durchgeführt werden.

"Die Brückenprojekte werden ihrem Namen wirklich gerecht - sie sind für die Kinder im Vorschulalter eine Brücke in unser Kindergarten- und Schulsystem", erklärt die Vorständin des Caritasverbandes Castrop-Rauxel, Veronika Borghorst. "Viele Kinder haben auf der Flucht und auch vorher schon Traumatisches erlebt. Sie konnten nicht Kind sein. In den kleinen, überschaubaren Gruppen können die Kinder nun endlich Kindsein, Spielen, die neue Welt entdecken." Und weiter betont Veronika Borghorst: "Die Brückenprojekte behalten ihre Berechtigung für diese Kinder, damit sie besser in ihrer neuen Heimat zurechtkommen. Daher freue ich mich, dass wir in den fünf Spielgruppen engagierte Mitarbeiterinnen haben, die diese Kinder bei ihrem Start hier so gut begleiten und fördern. Und ich hoffe, dass das Landesjugendamt noch lange dieses Angebot finanziell unterstützt."