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Ostergruß des Dechanten

Womit haben wir das verdient? Das musste ich in den letzten Tagen immer wieder denken, als ich das nach dem Winter endlich wieder ausbrechende Grün der Sträucher, Bäume und Wiesen, die ersten blühenden Blumen und offenen Knospen betrachtete. Niemand von uns kann erklären, warum es immer wieder ein neues Erwachen in der Natur gibt, warum das Leben weiter geht.

Britta Miltner auf pfarrbriefservice.de

Niemand kann erklären, warum überhaupt Leben da ist, warum überhaupt nur irgendetwas. Wir finden es vor und nehmen es oft selbstverständlich hin. Es gibt Menschen, die sagen: das ist eben die Evolution, das ist die Natur, das ist die Eigengesetzlichkeit der Materie. Aber, was ist das: Evolution, Natur, Materie? Auch nur lauter Begriffe! Deswegen halte ich es für intellektuell mindestens genauso redlich, wenn wir sagen: Das ist eben Gott - Er hat die Natur, die Evolution, die Eigengesetzlichkeit der Materie, den Mutterstoff allen Daseins erschaffen.

Wenn zurzeit viele Menschen im Angesicht des Terrors ihr Leben als bedroht erleben, kommen Fragen auf: Warum zerstören Menschen ihre Mitgeschöpfe - warum bringen sie Leid und Tod über andere? Und wenn es einen Gott gibt: warum lässt er das zu? Wir Christen glauben ja nicht an die Leidlosigkeit unseres Lebens, Gott selbst hat in Jesus gelitten, weil Menschen es verfügt haben! Aber Gott hat Jesus durch Leiden und Kreuz in die Auferstehung geführt – und er erleidet Not, Qualen und Tod in all seinen Geschöpfen mit – mit allen ist er vernetzt! Es ist das Netz der Liebe, das alle verbindet. Wir glauben: Liebe ist stärker als der Tod – sie wird sich durchsetzen – nicht mit Gewalt und Terror, nicht leichtfertig: mit Sanftmut und Geduld, mit dem langen Atem des Geistes Gottes!

 

Möge Gott die Steine unserer Angst und Verschlossenheiten ins Rollen bringen –

Frohe Ostern!

wünscht: Norbert Joh. Walter