Beratung

Das Arbeitslosenzentrum Herne e.V. berät in allen Fragen der Arbeitslosigkeit.

 

        

Sozialrechtsberatung

Ein Beispiel:

Ich hab’ alles mitgebracht“, sagt die Frau und zieht aus mehreren Briefumschlägen die aktuellsten Bescheide der ARGE. Von einem großen schwarzen Ordner streift sie eine Stofftasche ab. Soweit ich auf den ersten Blick erkennen kann, hat sie die Unterlagen vorbildlich abgeheftet. „Sie müssen mir helfen. Ich komme nicht mehr klar. Ich verstehe die Bescheide nicht. Ständig bekommen wir Post vom Amt.“ Der Mann geht einer Beschäftigung nach, die das Existenzminimum der vierköpfigen Familie nicht deckt. Aus diesem Grund hat die Familie ergänzendes Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beantragt. Da das Erwerbseinkommen des Mannes von Monat zu Monat schwankt, schickt die Regionaldirektion, quasi als Inkasso-Stelle der ARGE, Zahlungsbescheide, mit denen zuviel gezahltes Alg II für mehrere Monate von den einzelnen Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft zurückgefordert wird, mit Zinsen. Die Frau hat sich von der ARGE einen Ausdruck geben lassen, aus dem ersichtlich werden soll, wie sich die Forderungen der Regionaldirektion zusammensetzen, d.h. auf welche Monate sich die Summen beziehen. Zusätzlich sind da noch Änderungsbescheide, die die ARGE für jeden Monat verschickt. Die Berechnung der Freibeträge in den ursprünglichen Bewilligungsbescheiden, aber auch in den Änderungsbescheiden ist ihr ein Rätsel, genauso wie die Verteilung zuviel gezahlter Leistung auf die Köpfe der Bedarfsgemeinschaft nach dem Grad der Bedürftigkeit. Sie hat auch ihre Kontoauszüge mitgebracht, mit denen sie belegen kann, welche Rückforderung sie schon beglichen hat. „Sehen sie einmal, das habe ich schon bezahlt. Das kann ich belegen. Daraufhin habe ich bei der ARGE die Antwort bekommen, dass die das intern anders verrechnen und jetzt übrigens keine Zeit mehr für mich hätten. Ich werd’ noch wahnsinnig. Sie müssen mir helfen.“ Nach anderthalb Stunden haben wir so etwas wie einen Überblick. Die Frau weiß jetzt, was sie bei der ARGE noch erfragen muß. „Sagen Sie einmal, machen Sie wirklich zu, soll ihre Einrichtung wirklich nicht mehr gefördert werden?“

Großen Wert legt die Einrichtung auf die Unabhängigkeit ihres Angebots. Sie sieht ihre Rolle in der anwaltschaftlichen Vertretung der Belange arbeitsloser Menschen. Im Fordergrund der Beratung stehen die Rechte und Pflichten gegenüber der Agentur für Arbeit und der ARGE. Die Reformen auf dem Arbeitsmarkt, die langläufig unter der Bezeichnung Hartz IV bekannt sind, konfrontieren den einzelnen Betroffenen mit einer Fülle komplexer rechtlicher Normen, die für ihn in vielen Fällen nur schwer durchschaubar sind. Die Einrichtung hilft bei der Antragstellung, überprüft zusammen mit dem Leistungsbezieher Bewilligungsbescheide und zeigt, wenn nötig, weitere rechtliche Schritte, wie z. B. Widerspruch und Klage, auf.

Die Sozialrechtsberatung wird von einem niedergelassenen Rechtsanwalt unterstützt. Eine Terminabsprache ist in jedem Fall notwendig.

 

 


Psychotherapeutisches Angebot

 
 

Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen bzw. Krisen befinden, haben die Möglichkeit, mit einem Diplom-Psychologen/Psychotherapeuten über einen, je nach Bedarf, mehr oder weniger langen Zeitraum, einmal wöchentlich, vertrauliche Einzelgespräche zu führen.

 

Entschuldungsberatung

Ein ehemaliger Bankangestellter, der sich seit einiger Zeit im Ruhestand befindet, führt ehrenamtlich – nach Terminabsprache - Entschuldungsberatung im Arbeitslosenzentrum durch.